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Nicht zufällig benennt das Grundgesetz die Würde des Menschen als erstes: Die Würde des Menschen, nicht bestimmter Menschen, denen sie gewährt oder vorenthalten wird! Welches Menschenbild spiegelt sich wider in der postulierten Unantastbarkeit der Würde des Menschen?

Was geschichtlich begründet ist, hat auch ganz naheliegende, prospektive Konsequenzen: sowohl für jeden einzelnen Menschen wie auch für die Gestaltung der Gemeinschaft, des Gemeinwesens und des Gemeinwohls. Wenn die Würde als erstes Kennzeichen des Menschen bewusst in den Mittelpunkt aller Betrachtung gesetzt und diese Aussage nicht nur als eine leere Floskel, eine Illusion, ein Beruhigungsmittel, gar eine Verlogenheit betrachtet wird, gilt es zu klären, welche Funktionen und Aufgaben dann hierzulande der Staatsgewalt zufallen... Welch ein wesentlicher Wandel wäre es, der Respekt vor der unbedingten und bedingungslosen Würde dürfte als die selbstverständliche Grundlage von Leben und Zusammenleben gelten: Vorbei wäre es dann mit einer Würde, die zur bloßen Parole für große politische oder andere Reden und Debatten zu verkommen drohte!

In diesem Kreis geht es weder um (partei-)politische Positionen und Debatten noch um formaljuristische Aspekte, sondern um grundlegende Fragen, die uns alle und eine(n) jede(n) unmittelbar und voraussetzungslos betreffen, etwa: Wer bin ich? Wie gehe ich mit mir um? Wie lasse ich andere mit mir umgehen? Was bedeutet Würde für mich?

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